Tag 27 (20.Juni) Keflavik-Düsseldorf-Zürich-Basel

Tag 27 Rückreise von Keflavik über Düsseldorf und Zürich nach Basel. Viel Fliegerei und Warterei bei der Heimreise, dabei wären es von Düsseldorf noch 45 Flugminuten bis Basel gewesen. Leider gibt’s keinen Direktflug von Island nach Basel und so nimmt man diese unnötigen Stops in Kauf.

Heute um 00:50 ging mein Flieger, der mich zurück in die Schweiz bringen sollte. Der Check-in dauerte eine halbe Ewigkeit. Ich war hinter einer Reisegruppe angestanden, die von den beiden Mitarbeitern der einzigen zwei geöffneten Schaltern im Zeitlupentempo abgefertigt wurden. Irgendwann sass ich im Flieger und musste feststellen, dass ich eine ganze Sitzreihe für mich alleine hatte. Endlich Platz – aber warum passiert mir so was nie bei den richtig langen Flügen? „Tag 27 (20.Juni) Keflavik-Düsseldorf-Zürich-Basel“ weiterlesen

Tag 26 (19.Juni) Keflavik

Da bis zum Abflug noch Zeit war, konnte ich die Umgebung von Keflavik erkunden. Bei deutlich schönerem und auch wärmeren Wetter als bei meiner Ankunft machte das richtig Spass.

Mein Abflug sollte ja erst heute Nacht sein bzw. Morgen früh um 00:50 Uhr, also hatte ich heute genügend Zeit noch etwas in Keflavik und Umgebung anzustellen. Ich schnappte also mein Rad ohne Packtaschen und fuhr Richtung Sandgerði los, einem Fischerdorf nordwestlich von Keflavik. Das bedeutete natürlich Gegenwind, denn der bliess weiterhin von Norden, so wie gestern auch schon. Mir wurde gesagt, dass Nordwind normalerweise schönes Wetter bedeutet, was sich tatsächlich mit meinen Erfahrungen deckt. Das einzig nachteilige daran ist die Tatsache dass diese Winde dann immer sehr kühl sind. Denn im Norden liegt ja dummerweise das ganze Eis des Nordpols. So strahlt also die Sonne so fest sie kann und es hat trotzdem nur 13 Grad, die sich aber wegen dem Wind längst nicht so warm anfühlen. Man läuft trotz der Sonne in langen Hosen und einem winddichten Oberteil rum. Aber da ich ja nun schon seit ein paar Wochen immer draussen war, fühlte sich das trotzdem schon wie Sommer an. Aber die kurzen Hosen und das T-Shirt tragen überliess ich dann doch den Einheimischen, mir war das definitiv zu kalt.

Doch zurück zu Sandgerði… Das Dorf war grösser als ich es erwartet hatte. Ein richtig emsiges Fischerdorf mit eigenem Leuchtturm. Dieser war auch mein Ziel gewesen, denn davon wollte ich ein paar Fotos schiessen.


Der Leuchtturm von Sandgerði


Nahaufnahme des Leuchtturms


Der kleine Hafen von Sanðgerdi

Das war schnell erledigt und da es sonst nicht viel zu sehen gab im Dorf, bog ich nach Norden ab um noch zum allernördlichsten Punkt der Reykjanes Halbinsel zu fahren. Die Strasse wurder teilweise zur Schotterpiste und unterwegs waren wieder einige Vögel gar nicht einverstanden mit meiner Anwesenheit und machten Radau und flogen Angriffe um mich zu vertreiben. Das kam mir vor wie in Höfn, nur dass ich dieses Mal schneller weg konnte, da ich auf dem Rad unterwegs war. Als die Vögel das bemerkten wurde ich uninteressant und sie flogen wieder von dannen.


Einsames Haus nördlich von Sanðgerdi

Der nördlichste Fleck auf der Reykjanes Halbinsel ist Garðskagi und auch da stehen 2 Leuchttürme. Der alte wurde bei einem Erdbeben beschädigt und so baute man gleich daneben einen moderneren. Dieser ist optisch viel weniger schön, aber immerhin der höchste Leuchtturm Islands. Der alte Turm ist ein rot-weiss gestreifter, der einzige den ich in Island gesehen habe in dieser traditionellen Farbgebung. All die anderen waren einfarbig angepinselt. Also machte dieser als Motiv doch deutlich mehr her als der neue Zweckbau. Für uns muss ja ein Leuchtturm irgendwie rot-weiss gestreift sein.


Der neue Leuchtturmin in Garðskagi


Der alte Leuchtturm gleich nebenan


Gestrandeter Kutter


Alt und Neu nebeneinander

Das hier ist auch ein super Platz für Vogelbeobachter, da hier viele Zugvögel auf ihrem weiteren Weg einen Zwischenstop einlegen. Da ich nicht so der Vogelfan bin und mich vor allem wenig mit der Materie auskenne, machte ich mir aber nicht die Mühe stundenlang anzusitzen um ein tolles Exemplar zu fotografieren. Ich schaute mir die Vögel lieber auf einer der Infotafeln an die dort standen und die zu jeder Vogelart etwas erklärten. Da konnte ich endlich mal die Namen der Vögel nachlesen die ich unterwegs so gesehen hatte. Aber das mit dem merken ist noch mal was ganz anderes…Viele der Vögel würde ich noch nicht einmal auseinanderhalten können.

Manchmal kann man von hier aus sogar Wale sehen, das sagte zumindest eine der Infotafeln, aber die machten sich leider rar. Ich bin mir sicher dass ich einen Wal dann auch erkannt hätte. Das ist etwas einfacher als bei den Vögeln. Nachdem ich genug gesehen hatte bin ich bin dann wieder gemütlich nach Keflavik „heimgeradelt“.


Zwischen Garður und Keflavík

Danach wurde mein Rad geputzt, auseinandergebaut und wieder verpackt. Nach einer kleinen Tour durch Keflavik wo ich endlich ein Buch kaufen konnte, hatte ich eine Beschäftigung die mich bis 22:00 Uhr über die aufkommende Langeweile auf dem Campingplatz helfen würde. Danach kam mein Transport für den Flugplatz, das klappte alles völlig reibungslos. Somit war das Abenteuer Island fürs erste beendet. Könnte gut sein dass ich hier noch mal hinfahren werde.

Tag 25 (18. Juni) Reykjavik nach Keflavik

Heute gab es ein Novum, denn zum ersten Mal seit ich auf Island war, besuchte ich einen Ort zum zweiten Mal. Und ich muss sagen, dass mir Kevlavik beim zweiten Anlauf doch besser gefiel als beim ersten Besuch. Zum einen lag das daran, dass ich mich nun schon an das karge Island gewöhnt hatte und zum anderen, war es nun schon deutlich frühlingshafter geworden.

Heute stand der Rückweg zum Flugplatz auf dem Programm. Da ich aber wusste, dass ich selbst bei viel Wind dafür wohl nicht mehr als 4 h benötigen würde, beschloss ich am Morgen noch im Botanischen Garten vorbeizuschauen der ganz in der Nähe des Campingplatzes liegt. Auf Grund der frischen isländischen Temperaturen, wachsen dort natürlich nur solche Pflanzen, die mit so einem Klima umgehen können. Soll heissen es gibt wenige bunte Pflanzen, so wie man es von tropischen Gärten her kennt. Trotzdem gab es viele schöne Sträucher, Bäume und Blumen zu sehen und überall schwirrten Gärtner und „Sommerjobberinnen“ herum um alles in bester Ordnung zu halten.


Schöne Blume im Botanischen Garten


Morgentau


Blüten einer Tanne

Da ich ja schon Bekanntschaft mit der Strasse 1 (der Ringstrasse) gemacht hatte, wollte ich am frühen Nachmittag versuchen auf Seitenstrassen aus Reykjavik zu kommen. Das klappte nur bedingt, denn auf Radfahrer sind die einfach nicht eingestellt. Es gab tatsächlich mal einen Radweg der aber nicht lange durchhielt….also fuhr ich irgendwann wieder auf den Highway und hoffte dass ich nicht unter die Räder kommen würde. Das klappte sogar und je weiter ich raus kam aus der Stadt, desto weniger Verkehr hatte ich. Ausserdem gab es im Ansatz so etwas wie einen Seitenstreifen und ich konnte mich etwas aus dem Gewimmel raushalten. Der Wind kam heute genau aus Norden, was für mich hiess genau von rechts. Ich war froh darüber, denn als frontaler Gegenwind wäre das wieder einmal kein Spass gewesen. Immerhin war schon wieder schönes Wetter und ich genoss die letzten Kilometer meiner Reise. So konnte ich zu meiner Überraschung den Sneafelsnes Vulkan sehen, weit hinten am Horizont. Und das obwohl dieser doch ein ganzes Stück entfernt war. Aber es war heute wirklich sehr klares Wetter und die Sicht über’s Meer hinweg ungewöhnlich gut.


Der Sneafelsnes Vulkan in weiter Ferne

Die Strasse hätte natürlich schöner hätte sein können, bzw. der viele Verkehr auf der Selbigen. Aber in Richtung Flugplatz ist einfach immer viel los. Irgendwann kam die Abzweigung zur blauen Lagune, die ich ja schon von meinem allerersten Tag her kannte und ich wusste nun dass es bis nach Keflavik nicht mehr weit war.

War schon etwas anderes dieses Nest bei schönem Wetter zu sehen. Vor allem konnte ich in der Ferne übers Meer hinweg Reykjavik und den Snaefell Gletscher sehen. Bei meiner Ankunft war in diese Richtung alles grau gewesen. Doch vor Keflavik kommt erst noch Njarðvík mit dem es quasi zu einer Stadt verschmolzen ist in den letzten Jahren. Hier gibt’s den Nachbau eines Wikingerschiffes inclusive Grassodenhaus aus der gleichen Zeit zu sehen. Das nahm ich natürlich mit, witzigerweise hatte ich das damals an meinem ersten Tag gar nicht gesehen obwohl es praktisch direkt an der Strasse liegt.


Traditionelles Grashaus „Stekkjarkot“


Nachbau des Wikingerschiffs Íslendingur in Njarðvík


Die Gallionsfigur der Íslendingur


Detail des Bootsrumpfs der Íslendingur

Da ich noch früh dran und das Wetter immer noch sonnig war, fuhr ich die Hauptstrasse von Keflavik komplett entlang und musste feststellen, dass diese kleine Stadt für isländische Verhältnisse eigentlich recht lebhaft ist und einiges zu bieten hat. Unter anderem ein Subway restaurant, welches mir gerade recht kam um meinen Hunger zu stillen. Die sind verhältnismässig günstig und das Essen ist nicht so fettriefend wie man das von den Hamburgerläden gewöhnt ist. Den Weg zum Campingplatz kannte ich ja schon und im Gegensatz zu vor 4 Wochen als ich hier ankam, war er nun offen. Somit konnte ich mir das superteure Motelzimmer sparen und stattdessen mein mir ans Herz gewachsene Zelt zum letzten Mal aufstellen. Der Campingplatz hat eine überdachte Küche, was bei dem Wind hier draussen auf der Landzunge auch eine super Sache ist.

Tag 24 (17. Juni) Pingvellir nach Reykjavik

Heute stand eine kurze Etappe von 50 Kilometer auf dem Programm. Direkt zurück in die Hauptstadt Islands. Das Wetter war schön und der Wind erträglich. Island zeigte sich von der schönen Seite.

Heute standen also noch rund 50 km nach Reykjavik an, die ich recht früh unter die Räder nahm. Wieder war das Wetter gut, der Wind war zwar da aber erträglich und kam von der Seite. Unterwegs traf ich einen Rentner aus Deutschland der auch mit dem Rad unterwegs war.Mit ihm fuhr ich zuammen bis zur Abzweigung in Mosfellsbaer wo er nach Norden abbog. Ich ich direkt auf der „Eins“ in Richtung Stadtzentrum weiter.

Irgendwann wurde daraus eine vierspurige Strasse die mich ziemlich an eine Stadtautobahn erinnerte, leider ohne richtigen Seitenstreifen. So fuhr ich also in einem schnellfahrenden Verkehr dahin und mir war alles andere als wohl. Immerhin war keine Rush-hour aber die Autos und Lastwagen brausten in knappem Abstand an mir vorbei-kein schönes Gefühl.

Da ich keinen Stadtplan hatte, aktivierte ich irgendwann mein GPS und hoffte dass das bischen Batterie mich noch zum Campingplatz lotsen konnte. Das klappte zum Glück und ich war froh als ich endlich aus dem Verkehr raus war. Heute war Nationalfeiertag in Island und ich machte mich gleich nach dem Zeltaufbau in Richtung Innenstadt auf die 2 km weiter westlich lag.

Auf dem Weg in die Innenstadt passiert ich das Wikingerschiff, welches in jedem Prospekt von Reyjavik zu sehen ist. Natürlich habe ich mir dieses Motiv auch nicht entgehen lassen, obwohl ich mir sicher bin dass es zu den meistfotographierten Monumenten in Island gehört.

Im Hafen fand eine kleine Regatta statt und ich bin sicher dass die Segler in Island den dauernden Wind sehr zu schätzen wissen. Die Boote waren jedenfalls mit ordenlichen Geschwindigkeiten unterwegs.


Im Hafen von Reykjavik

In der Stadt war richtig was los, überall gab es Konzerte oder sonstige Aktivtiäten. Im Hafen stiess ich auf ein Oltimertreffen das ich natürlich sofort anschaute.


Downtown Reykjavik


Hip-Hop Tanzshow im Herzen der Stadt


Überall Cafes, heute zum Brechen voll


Auch in Reykjavik gibt’s die Monstertrucks. Die Benzinrechnung möchte ich nicht sehen


Vom Kirchturm aus hat man einen tollen Ausblick über die Stadt


Die Bucht mit Blick nach Nordosten. Von diesen Berger kam ich her….


Gratiskonzert in einem Hinterhof


Viel los auf den Strassen


Könnte auch in NYC sein….


Hotdogs sind eindeutig das Nationalgericht der Isländer(innen)

Nach einigen Stunden in der Stadt und vielen Kilometern in den Beinen gings wieder zurück zum Zelt und ich konnte noch etwas Fussball in der benachbarten Jugendherberge schauen. Dafür das Reyjavik eine Hauptstadt ist, ist sie ganz schön klein. Aber ich denke für eine Weile wäre es sicher mal nett hier zu wohnen. Für die grösse der Stadt ist doch einiges geboten. Nur wäre es mir im Winter definitiv zu lange dunkel. Anscheinend wird es im Dezember um 11:00 Uhr hell und und 14:00 Uhr schon wieder dunkel… Das wäre nun gar nicht mein Ding.